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Lymphomdiagnostik - Klonalitätsanalyse T- und B-Zell-Rezeptor

Lymphomdiagnostik: Klonalitätsanalyse T- und B-Zell-Rezeptor. Die Abgrenzung maligner Lymphome gegenüber reaktiven Entzündungen, Pseudolymphomen (benigne lymphozytische Hyperplasie) und atypischen lymphozytären Infiltraten wird durch die Kombination von klinischen, immunhistochemischen und molekular-
pathologischen Verfahren erreicht. Dabei erfolgt durch molekularbiologische Methoden eine Untersuchung der betroffenen Läsion auf Lymphozytenpopula-
tionen klonalen Ursprungs.
 
Die Vielfalt der Antigenerkennung von Lymphozyten wird durch sequenzspezifische Rekombination der für die antigenbindenden Rezeptoren kodierenden Genseg-
mente generiert. Die Genumlagerungen (Rearrangements) resultieren jeweils in einer einzigartigen Kombination aus V- (variable), D- (diversity), J- (joining) und
C- (constant) Region, die in die Polypeptidketten eines B-Zell-Rezeptors (Ig) oder
T-Zell-Rezeptors (TCR) umgelagert werden. Abb.1 zeigt ein Gamma-T-Zell-
Rezeptor Rearrangement (B-Zell-Rezeptoren unterliegen ähnlichen Umlager-
ungen; die variable Region der schweren Kette – IgH – wird jedoch aus V-D-J-
Segmenten zusammengesetzt).
 
Die Umlagerungsprozesse an TCR und Ig-Rezeptor werden durch den zufälligen Einbau oder Verlust von Nukleotiden zwischen V- und J- bzw. V- und D- sowie D- und J-Region bei der IgH-Kette während der somatischen Rekombination begleitet (Abb.1). Die Länge der Insertion / Deletion variiert zwischen rearrangierten Gen-
kombinationen unterschiedlich gereifter Lymphozyten – meist jedoch nicht bei malignen Lymphozyten, die klonale Abkömmlinge einer einzigen transformierten Zelle repräsentieren.
 
 
TCRy-Gensegmente 
Abb.1: Rekombinationsereignisse sind verantwortlich für die Rezeptorvielfalt von T- und B-Zellen




PCR-Test für Klonalität
Abb.2: Identifizierung einer klonalen Lymphozytenpopulation mittels PCR-Assay


Testmethode: Der PCR-Test auf Klonalität bedient sich der durch „N“ verursachten Längenvariation. Mittels degenerierter Primer wird die V-J-Region bzw. die V-D-J-Region aus der DNA eines zu testenden Zelllysates amplifiziert. Dominiert ein spezifischer Lymphozytenklon im Zellgemisch, wird dessen V-J- (V-D-J)- Kette bevorzugt amplifiziert und nach elektrophoretischer Auftrennung des PCR-
Produktes als einzelner Peak dargestellt. Im polyklonalen (gesunden) Zellgemisch wird dagegen eine Vielzahl verschieden langer V-J (V-D-J)- Abschnitte amplifiziert und im Assay als polyklonale DNA-Leiter detektiert (Abb.2).



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